Heizkostenrechner: Hintergründe & Erklärungen
Wie groß sind die Unterschiede zwischen den Energieträgern?
Die Bandbreite der Heizkosten ist erheblich. Bei gleicher Wohnfläche und gleichem Wärmebedarf können die Jahreskosten je nach Energieträger um Faktor 2–4 auseinanderliegen. Pelletheizungen und Wärmepumpen liegen aktuell häufig am günstigsten; Elektroheizungen (Direktheizung, nicht WP) und Heizöl sind meist die teuersten Optionen. Fernwärme schwankt stark je nach Stadtwerk und Versorgungsstruktur (Kraft-Wärme-Kopplung vs. reine Heizzentrale).
Was bedeutet der Heizbedarf in kWh/m²·Jahr?
Der spezifische Heizbedarf beschreibt, wie viel Wärmeenergie ein Quadratmeter Wohnfläche pro Jahr benötigt. Er ist ein direktes Maß für den Dämmstandard des Gebäudes. Typische Richtwerte (Quelle: IWU / GEG 2024): Altbau vor 1970 (ungedämmt): 180–220 kWh/m²·a; Bestand 1970–1990: 100–150 kWh/m²·a; sanierter Bestand: 60–90 kWh/m²·a; KfW-55-Gebäude: 45–55 kWh/m²·a; Passivhaus: unter 15 kWh/m²·a. Kennen Sie Ihren Energieausweis, können Sie den dort angegebenen Endenergiebedarf direkt übernehmen.
Wie unterscheiden sich die CO₂-Emissionen?
Auch klimatechnisch liegen die Energieträger weit auseinander. Spezifische CO₂-Emissionsfaktoren (Quelle: UBA 2026): Erdgas 202 g/kWh, Heizöl 268 g/kWh, Strom (Bundesdurchschnitt) 380 g/kWh, Fernwärme Ø 120 g/kWh (je nach Erzeugung), Pellets nur ca. 18–25 g/kWh (biogen, nahezu CO₂-neutral). Eine Wärmepumpe mit JAZ 4,0 verursacht effektiv ~95 g CO₂ pro kWh Wärme — deutlich weniger als Gasheizung, mit weiter sinkender Tendenz durch den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz.
Welche Heizung lohnt sich bei einer Sanierung?
Wenn Sie in absehbarer Zeit sanieren oder die Heizung ohnehin erneuern müssen, empfiehlt sich ein ganzheitlicher Blick: Das GEG 2024 schreibt für neue Heizanlagen 65 % erneuerbare Energie vor. Wärmepumpen, Pelletkessel und Fernwärmeanschlüsse erfüllen diese Vorgabe. Gasheizungen können nur noch in Verbindung mit einem hohen Biogas-Anteil oder als Hybridlösung (Gas + WP) eingebaut werden. Nutzen Sie den Förder-Check, um das wirtschaftlich günstigste Szenario für Ihr Gebäude zu ermitteln.