15 Begriffe rund um KfW, BAFA und Gebäudeenergierecht – nach dem Stand der BEG-Richtlinien vom Juli 2026.
BEG Einzelmaßnahmen (BEG EM)
Teil der Bundesförderung für effiziente Gebäude, der einzelne Sanierungsschritte bezuschusst: Gebäudehülle (Dämmung, Fenster, Türen), Anlagentechnik, Heizungsoptimierung und – über die KfW als Programm 458 – den Heizungstausch. Für Hülle, Anlagentechnik und Heizungsoptimierung zahlt das BAFA 15 % auf bis zu 30.000 € je Wohneinheit und Jahr, mit iSFP auf bis zu 60.000 €. Die aktuelle Richtlinie gilt seit 21.07.2026 und läuft bis Ende 2030.
Förderung der Komplettsanierung zum Effizienzhaus über den KfW-Kredit 261: bis 150.000 € je Wohneinheit. Seit 21.07.2026 gibt es Tilgungszuschüsse nur noch für Effizienzhaus 40 EE (10 %) und 55 EE bzw. Denkmal EE (5 %), plus Boni für Nachhaltigkeit, Worst Performing Buildings und serielle Sanierung.
Regelt unter anderem die Einspeisevergütung für Solarstrom. Die Sätze sinken halbjährlich. Ende Juli 2026 hat das Bundeskabinett eine Novelle beschlossen, nach der neue Anlagen ab 2027 keine feste Vergütung mehr erhalten sollen; Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen.
Energiestandard eines ganzen Gebäudes. Die Zahl gibt den Primärenergiebedarf im Verhältnis zu einem Referenzgebäude nach Gebäudeenergierecht an: Ein Effizienzhaus 55 braucht 55 % davon. Der Zusatz „EE“ (Erneuerbare-Energien-Klasse) ist seit 21.07.2026 Standard bei der Sanierungsförderung.
Zuschlag bei der Heizungsförderung für selbstnutzende Eigentümer mit geringerem Einkommen: 40 % bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 € und 10 % bis 50.000 €. Lebt ein minderjähriges Kind im Haushalt, wird das Einkommen pauschal um 10.000 € gemindert. Maßgeblich ist der Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor Antragstellung.
Fester Betrag, den der Netzbetreiber 20 Jahre lang für jede eingespeiste Kilowattstunde zahlt. Für Anlagen bis 10 kWp mit Inbetriebnahme zwischen 01.08. und 31.12.2026: 7,70 ct/kWh bei Teileinspeisung, 12,22 ct/kWh bei Volleinspeisung. In Zeiten negativer Börsenpreise entfällt sie für neue Anlagen.
Seit 29.07.2026 gültiges Gesetz, das das Gebäudeenergiegesetz (GEG, „Heizungsgesetz“) abgelöst hat. Die Pflicht, neue Heizungen zu 65 % mit erneuerbaren Energien zu betreiben, ist entfallen. Neue Öl- und Gasheizungen müssen stattdessen steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe nutzen: 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040.
Einstellung der Heizungsanlage, damit jeder Heizkörper genau so viel Heizwasser bekommt, wie der Raum braucht. Spart typischerweise einige Prozent Heizenergie. Bei geförderten neuen Heizungen ist er Pflicht (Verfahren B); einzeln wird er als Heizungsoptimierung mit 15 % (mit iSFP 20 %) gefördert – bei Gebäuden mit höchstens fünf Wohneinheiten.
Von einer Energieeffizienz-Expertin oder einem -Experten erstellter Stufenplan für die Sanierung eines Hauses. Das BAFA bezuschusst die Beratung mit 50 % (max. 650 € für Ein- und Zweifamilienhäuser, 850 € ab drei Wohneinheiten). Wer Maßnahmen aus dem iSFP umsetzt, darf bei den Einzelmaßnahmen bis zu 60.000 € statt 30.000 € je Wohneinheit ansetzen und erhält seit 21.07.2026 auf den Kostenanteil über 30.000 € zusätzlich 5 %.
Verhältnis von erzeugter Wärme zu verbrauchtem Strom einer Wärmepumpe über ein ganzes Jahr. Eine JAZ von 3,5 heißt: aus 1 kWh Strom werden 3,5 kWh Wärme. Luft/Wasser-Wärmepumpen im Bestand erreichen in Feldmessungen meist 3 bis 3,5, Erdwärmepumpen um 4 – je niedriger die Vorlauftemperatur, desto höher die JAZ.
Zuschlag bei der Heizungsförderung (KfW 458) für selbstnutzende Eigentümer, die eine alte fossile Heizung ersetzen – etwa eine Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung. Er beträgt bis 31.01.2027 16 % und sinkt dann halbjährlich um 4 Prozentpunkte; ab 01.08.2028 entfällt er.
Kombination mehrerer öffentlicher Förderungen für dieselben Kosten. Bei der BEG dürfen alle öffentlichen Mittel zusammen höchstens 60 % der förderfähigen Kosten erreichen. Die Steuerermäßigung für energetische Sanierung (§ 35c EStG) ist für dieselbe Maßnahme ausgeschlossen – Sie müssen sich zwischen Zuschuss und Steuerbonus entscheiden.
Geförderte Wärmepumpen müssen eine digitale Schnittstelle haben, über die der Netzbetreiber sie nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz bei Netzengpässen drosseln kann, und an ein intelligentes Messsystem angebunden werden können. Nach der Inbetriebnahme ist ein solches Messsystem zu bestellen. Ab 01.07.2027 muss die Schnittstelle einem EU-Standard wie EEBUS entsprechen. Das ältere „SG-Ready“-Label wird in der Richtlinie nicht mehr genannt.
Gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter Bauteil und Kelvin Temperaturunterschied verloren geht, in W/(m²·K). Je kleiner, desto besser gedämmt. Für die BAFA-Förderung gelten Höchstwerte, etwa 0,20 W/(m²·K) für Außenwände und 0,14 W/(m²·K) für Dächer.
Gebäude, die energetisch zu den schlechtesten 25 % gehören (etwa Energieausweis-Klasse H oder unsanierte Altbauten). Ihre Sanierung wird besonders gefördert: +10 % Tilgungszuschuss bei der KfW 261 und ab dem 1. Quartal 2027 +5 % bei Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle.